"Whites only" im "An einem Sonntag im August"


Aktionsbündnis »Nie wieder Sonntag« - 29.06.2005 03:05

"schwarze Jugendliche« haben im Szenecafé »An einem Sonntag im August« in
der Kastanienallee im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg seit kurzem
Hausverbot. Dagegen hat sich im Kiez ein Protestbündnis »Nie wieder Sonntag«
gegründet. das am 17. Juli einen ganztägigen Aktionstag gegen Rassismus vor
dem Café angekündigt hat.

Kastanienallee, Ecke Schönhauser: eine der belebtesten Ecken des sogenannten
Szenebezirks Prenzlauer Berg. Dieser Kiez genießt den Ruf, weltoffen,
vielfältig und tolerant zu sein. Deswegen treffen sich gerade hier Menschen
aus Berlin und anderswo, um in entspannter Atmosphäre einen Kaffee oder ein
Bier zu trinken. Ein großes Angebot an Bars, Cafés und Clubs sorgen für
aufregende Nächte und harmonische Sonntage.
Womit wir beim Thema wären. Das Café „An einem Sonntag im August“ nimmt eine
Sonderstellung in Anspruch. Es handelt sich sozusagen um „das erste Haus am
Platz“: Hier sitzen die hippen Leute, hier scheint am längsten die Sonne,
hier gibts den ganzen Tag Frühstücks-Büffet für 3 Euro (Don´t try it!).
Hinter der Fassade des netten Ambientes versteckt sich jedoch eine
rassistische Alltagspraxis von Seiten der Betreiberinnen, die sich seit
kürzerem in einer unverhohlen diskriminierenden Kundenpolitik niederschlägt.
Gäste beklagen schon seit längerer Zeit rassistische Äußerungen und
Behandlung.
Am 12. April erreichte die diskriminierende Haltung gegenüber schwarzen
Menschen eine neue Qualität. An diesem Tag wurde eine Dienstanweisung
ausgehangen, deren skandalösen Inhalt wir hiermit öffentlich machen (bitte
wenden). Mit Verweis auf Probleme mit angeblichen Dealern, die zu einer
sogenannten „Mauerpark-Gang“ gehören sollen, wurden die Angestellten
verbindlich aufgefordert, ein pauschales Hausverbot für „schwarze
Jugendliche“ durchzusetzen. Das gemeinsame Merkmal dieser „Gang“ ist ihre
Hautfarbe. Dies reichte den Inhaberinnen offensichtlich als Grundlage für
ihre rassistische Geschäftspraxis, die auf biologische Kriterien
zurückgreift, um die ethnische und soziokulturelle Zusammensetzung des
Publikums nach ihrem Geschmack zu gestalten. Damit stellt sich das Café in
eine lange deutsche Tradition der Ausgrenzung von Menschen aufgrund äußerer
Merkmale.
MitarbeiterInnen, die nicht unterschrieben haben, wurden im weiteren
Dienstplan nicht mehr berücksichtigt. Diejenigen, die aufgrund ökonomischer
Zwänge oder mangelnden Bewusstseins unterzeichnet haben, sind nun
verpflichtet „keine Toleranz“ zu zeigen und nach eigenem Ermessen die in der
Dienstanweisung formulierten rassistischen Ausschlusskriterien zur Anwendung
zu bringen.
Derartige Vorkommnisse sind für jeden, der mal eine Disco im Land
Brandenburg besucht hat, nichts Neues und gehören zum deutschen Alltag. Auch
im Prenzlauer Berg, besonders im Mauerpark und am Weinbergsweg, sind
Menschen nicht-deutscher Herkunft verstärkt von verdachtsunabhängigen
Kontrollen durch die Polizei betroffen. Des weiteren kam es in den letzten
Monaten gehäuft zu Übergriffen mit rasssistischem Hintergrund. Ein
generelles Hausverbot für „schwarze Jugendliche“ stellt jedoch gerade im
Prenzlauer Berg eine Besonderheit dar, die durch das erschreckend
selbstbewusste Auftreten der Verantwortlichen bei der Anwendung ihrer
rassistischen Kriterien auffällt. Die einzige Antwort auf diese Zustände ist
konsequentes Eingreifen! Woanders schmeckt der Kaffee besser, es gibt genug
Alternativen! Erzählt anderen vom Alltag im „Sonntag“! Beteiligt euch an
Aktionen gegen Rassismus im Kiez und anderswo! Setzt euch mit uns in
Verbindung, wenn ihr Kenntnisse von ähnlichen Vorkommnissen in anderen
Einrichtungen habt!

Nie wieder Sonntag! Smash racism!
Kommt zahlreich zum


• Sonntag, 17. JULI, 10-22 Uhr, U-Bhf Eberswalder Str., (neben dem „Sonntag
im August“)

• mit Kundgebung, Percussion, Vokü, DJanes und vielem mehr

• Veranstaltet vom Aktionsbündnis „Nie wieder Sonntag“

• Spenden für die Finanzierung der Kampagne bitte an:
Kto.: 5891158000 BLZ: 10090000 Berliner Volksbank Kontoinhaber: Bund der
Antifaschisten Berlin-Pankow e.V. Kennwort: Nie wieder Sonntag
(Spendenbescheinigung möglich)


Einen interessanten Fernsehbericht gab es am Dienstag abend in der
Abendschau, guckt einfach im Archiv des 28.6. unter
http://www.rbb-online.de/abendschau/

In der jungen Welt erschien ein Bericht, zu finden unter
http://www.jungewelt.de/2005/06-29/019.php

<http://media.de.indymedia.org/images/2005/06/121848.jpg>
Diese rassistische Dienstanweisung mußten MitarbeiterInnen
<http://media.de.indymedia.org/images/2005/06/121848.jpg> unterschreiben

e-Mail:: <mailto:KEINSPAM.nie_wieder_sonntag@web.de>
KEINSPAM.nie_wieder_sonntag@web.de |

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