Einladung zu einem Treffen über: "
Was können wir gemeinsam gegen die Ausbürgerungen tun?"
Wann: Do., 14. April Um 18:00 Uhr Wo: Im A6-Laden (Adalbertstr.6, Kotti)
Zehntausende Menschen, die seit 2000 neben der deutschen eine andere Staatsangehörigkeit angenommen haben, von denen die meisten türkische StaatsbürgerInnen sind, werden durch die gesetzlich vorgeschriebene Ausbürgerung in eine äußerst prekäre Situation versetzt. Folglich werden ihnen ihre nach langer Zeit erworbenen Rechte genommen. Im Laufe der Migrationgeschichte wurden die MigrantInnen für die politischen und wirtschaftlichen Interessen ihrer Herkunftsländer und die der BRD ausgenutzt, d.h. ihre besondere Realität und Rechte wurden durchweg ignoriert. Das aktuellste Beispiel ist die Ungerechtigkeit und die Absurdität mit der Ausbürgerung: … Bis zum Jahre 2000 konnten deutsche StaatsbürgerInnen "problemlos" auch eine andere Staatsangehörigkeit annehmen. … Durch die Änderung des § 25 StAG wurde die Möglichkeit der doppelten Staatsangehörigkeit ab dem 01.01.2000 gesetzlich ausgeschlossen. Dennoch wurde die doppelte Staatsangehörigkeit scheinbar aus politischen und wirtschaftlichen Gründen einerseits seitens der BRD geduldet und andererseits seitens des türkischen Staates bewusst gefördert. … Der türkischen Republik war sehr wohl die Änderung des StAG und deren Konsequenzen, wie z.B. Ausbürgerung aus der deutschen Staatsangehörigkeit und Verlust etlicher Rechte bewusst. Dennoch hat sie die betroffenen MigrantInnen aus eigennützigen Interessen zur Wiederannahme der türkischen Staatsbürgerschaft aufgefordert, um u.a. den politischen Einfluss der türkischen Regierung über die MigrantInnen auch durch Lobbyarbeit weiterhin aufrechtzuerhalten. Fazit: Sowohl der deutsche als auch der türkische Staat haben Zehntausende von Betroffenen, nur weil die politische Konjunktur offensichtlich aus Sicht ihrer Interessen es im Moment erforderlich macht, in eine entrechtete Situation versetzt. Genauso wie bei dem Skandal der türkischen Zentralbank werden die MigrantInnen wiedermal, diesmal mit noch schlimmeren Folgen, in Stich gelassen. Wir verurteilen diese Maßnahme und erheben unsere Stimme! Die radikale Lösung dieses Problems ist die Anerkennung der doppelten Staatsangehörigkeit! Daher lautet unser Motto: "Doppelpass für die doppelte Realität"